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Recoupment

Recoupment bedeutet, dass ein Label einen Advance und vertraglich vereinbarte Kosten aus dem Royalty-Anteil des Artists verrechnet, bevor Auszahlungen fließen. Es ist keine persönliche Schuld: Verrechnet wird ausschließlich mit Royalties aus dem Deal. Sobald das Konto recouped ist, fließt der Artist-Anteil mit jeder Abrechnung.

So funktioniert Recoupment

Ein Recoupment-Konto ist simple Buchhaltung. Zahlt ein Label einen Advance oder übernimmt vereinbarte Kosten, landet der Betrag als offener Saldo auf dem Royalty-Konto des Artists. Verdient die Musik, wird der vertragliche Royalty-Anteil des Artists gegen diesen Saldo gerechnet — nicht der Bruttoumsatz, nur der Artist-Anteil. Übersteigen die gutgeschriebenen Royalties den Saldo, ist das Konto recouped, und jede folgende Abrechnung zahlt aus. Zwei Stellschrauben bestimmen das Tempo: die Royalty-Rate (höher heißt schneller recouped) und das, was der Vertrag als recoupbar definiert. Beides ist Verhandlungssache; deshalb erreichen zwei Artists mit identischen Streams ihre Payouts zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten.

Was als recoupbar gilt

Das entscheidet der Vertrag, Zeile für Zeile. Advances sind in fast jedem Deal recoupbar, Aufnahmekosten meistens. Darüber hinaus gehen die Modelle weit auseinander: Videobudgets, Tour-Support und ein definierter Anteil der Marketingkosten können im einen Vertrag recoupbar sein und im nächsten beim Label bleiben. Der praktische Schritt für Artists: Die Liste der recoupbaren Posten vor der Unterschrift explizit machen und Abrechnungen verlangen, die den laufenden Saldo zeigen. Für Labels gilt: Eine präzise definierte Liste macht jede Abrechnung leicht erklärbar und hält das Vertrauen im Roster stabil.

Recoupment ist keine Schuld — und was Cross-Collateralization ändert

Ein nicht recoupter Saldo ist kein Geld, das der Artist schuldet. Verrechnet wird nur mit Royalties aus dem Deal; verdient der Katalog nie genug, bleibt die Differenz als unternehmerisches Risiko beim Label. Das ist die Standardstruktur — und der entscheidende Unterschied zu einem Kredit. Cross-Collateralization ist die Klausel, die Konten verknüpft: Mit ihr recoupt der Saldo eines Releases aus den Einnahmen eines anderen im selben Deal; ein starkes zweites Album zahlt also erst den Saldo des ersten ab. Ohne die Klausel steht jedes Release für sich. Artists sollten vor jeder Payout-Planung wissen, welches Modell ihr Vertrag nutzt.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich einen nicht recoupten Advance zurückzahlen?

Bei Standard-Plattenverträgen: nein. Recoupment greift nur auf Royalties aus dem Deal zu. Reichen die Einnahmen nie, trägt das Label die Differenz — der Advance war seine Investition, kein Kredit an dich.

Ab wann bekomme ich Royalties ausgezahlt?

Sobald dein gutgeschriebener Royalty-Anteil den recoupbaren Saldo übersteigt. Ab dieser Abrechnung fließt dein Anteil. Eine höhere Royalty-Rate und weniger recoupbare Kosten ziehen diesen Punkt nach vorn.

Was ist Cross-Collateralization?

Eine Vertragsklausel, die den Saldo eines Releases mit den Einnahmen anderer Releases im selben Deal verrechnet. Das Label verteilt so seine Investition über deinen Katalog; die Alternative ist die Abrechnung pro Release, bei der jedes Projekt für sich recoupt.

In der Praxis: bbn.music

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