Split Sheet
Ein Split Sheet ist eine schriftliche, von allen Beteiligten unterschriebene Vereinbarung, die festhält, wem welcher Prozentanteil an einem Song gehört. Writer-Splits betreffen die Komposition, Master-Splits die Aufnahme. Die vereinbarten Anteile werden zur Referenz für Werkanmeldungen, Lizenzierungen und jede spätere Royalty-Auszahlung an alle Beteiligten.
Was in ein Split Sheet gehört
Ein vollständiges Split Sheet beantwortet jede Frage, die eine Verwertungsgesellschaft oder Buchhaltung später stellt. Es listet Songtitel und Datum, den bürgerlichen Namen und Künstlernamen jedes Beteiligten, die Rolle (Writer, Composer, Producer), Verwertungsgesellschaft und IPI-Nummer, den Prozentanteil und die Unterschrift aller Genannten. Die Anteile müssen hundert Prozent ergeben. Am besten füllst du es direkt in der Session aus, solange die Beiträge frisch sind und noch kein Geld im Raum steht — Einigung fällt am leichtesten, wenn die Summen noch theoretisch sind. Ab dann speist das Split Sheet alles Weitere: Werkanmeldungen, Lizenzanfragen und die Prozente, die Label oder Distributor auf jede Auszahlung anwenden.
Writer-Splits vs. Master-Splits
Sie verteilen unterschiedliches Geld. Writer-Splits teilen die Komposition auf: wer Text und Musik geschrieben hat, zu welchem Anteil und damit, wie Publishing-Einnahmen aus Aufführung und Vervielfältigung verteilt werden. Master-Splits teilen die Aufnahme auf: wer an den Einnahmen beteiligt ist, die der Track aus Streaming, Downloads und Lizenzierung erzielt. Ein Producer kann Master-Punkte halten, aber keinen Writer-Anteil; ein Topline-Writer kann Kompositionsanteile haben und nichts am Master. Beide Ebenen nutzen verschiedene Identifier (ISWC fürs Werk, ISRC für die Aufnahme) und laufen durch verschiedene Systeme. Eine gründliche Session endet damit, dass beide Fragen beantwortet sind — auch wenn die Antwort mal „kein Anteil“ lautet.
Vom Papier-Split-Sheet zu Splits pro Song
Die Schwachstelle des Split Sheets war nie die Einigung, sondern die Umsetzung: Prozente auf Papier, Payouts woanders. Die BBN Label Suite schließt diese Lücke für die Aufnahmeseite: Labels legen Revenue-Splits pro Song auf jedem Release fest, und jede Auszahlung folgt diesen Prozenten automatisch. Beteiligte sehen ihren Anteil, und niemand rechnet zur Abrechnung Tabellen nach. Ist ein Beteiligter noch nicht auf bbn.music, wird sein Anteil für ihn verwahrt und ausgezahlt, sobald er seinen Account erstellt — der Split kann also ab Tag eins korrekt stehen, statt auf alle Unterlagen zu warten. Das unterschriebene Split Sheet bleibt der verbindliche Referenzpunkt; die Plattform setzt es um.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollten wir ein Split Sheet unterschreiben?
In der Session oder direkt danach — vor dem Release und bevor Geld fließt. Die Einigung fällt leicht, solange die Beiträge frisch sind, und jeder spätere Schritt braucht die Prozente ohnehin.
Ist ein Split Sheet rechtlich bindend?
Ein unterschriebenes Split Sheet dokumentiert die Vereinbarung der Beteiligten und ist die Standard-Referenz bei Rückfragen. Für komplexe Projekte ergänzt ein ausführlicher Vertrag mit Rechtsberatung Punkte wie Administration und Rechterückfall.
Was, wenn nie ein Split vereinbart wurde?
Die gesetzlichen Default-Regeln unterscheiden sich je Land und treffen selten, was die Beteiligten eigentlich wollten — genau deshalb schreibt man es auf. Einigt euch jetzt auf die Prozente und dokumentiert sie; alles Weitere wird damit einfach.