GEMA
Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist die deutsche Verwertungsgesellschaft für Komponisten, Textdichter und Musikverlage. Sie lizenziert öffentliche Aufführung, Sendung und Vervielfältigung musikalischer Werke, sammelt die Vergütungen ein und schüttet sie als Tantiemen (Royalties) an ihre Mitglieder aus. Über Gegenseitigkeitsverträge im CISAC-Netzwerk sammelt sie auch Auslandsnutzungen deutscher Werke ein.
Was die GEMA einsammelt
Die GEMA sammelt für das musikalische Werk auf zwei Schienen. Aufführungsvergütungen kommen aus der öffentlichen Nutzung: Konzerte, Clubs, Radio und TV, Hintergrundmusik im Handel und der Performance-Anteil beim Streaming. Mechanische Vergütungen kommen aus der Vervielfältigung: Pressungen, Downloads und der mechanische Anteil beim Streaming. Veranstalter, Sender und digitale Dienste zahlen Lizenzgebühren an die GEMA, die sie anhand von Nutzungsmeldungen an die registrierten Autoren und Verlage der Werke ausschüttet. Wichtig für die Einordnung: All das betrifft Komposition und Text. Einnahmen für die Aufnahme selbst (Master-Royalties über deinen Distributor und Leistungsschutzrechte über die GVL) laufen über getrennte Kanäle.
So funktioniert die GEMA-Mitgliedschaft
Du trittst der GEMA als Komponist, Textdichter oder Verlag bei; mit der Mitgliedschaft bekommst du eine IPI-Nummer und Zugang zur Werkdatenbank. Ab dann meldest du jedes Werk an, das du schreibst (Titel, Co-Writer, Anteile), und die GEMA ordnet Nutzungen deinen Anmeldungen zu und schüttet nach ihrem Verteilungsplan aus. Über Gegenseitigkeitsverträge mit Schwestergesellschaften im CISAC-Netzwerk sammelt die GEMA auch ein, wenn deine Werke im Ausland laufen — eine Mitgliedschaft deckt also internationale Nutzung ab. Wer über bbn.music releast, hält Distribution und GEMA sauber getrennt: Die Distribution zahlt die Aufnahmeseite, die GEMA die Werkseite; beides läuft parallel.
Die GEMA und dein Label
Mit der GEMA hat ein Label auf der Publishing-Seite zu tun — und nur, wenn es das will. In der BBN Label Suite ist Publishing opt-in: Labels, deren Songwriter GEMA-Mitglieder sind, verwalten Werke, Autoren und Anteile in der Plattform und exportieren Anmeldungen als CWR-Dateien, die GEMA und andere CISAC-Gesellschaften direkt verarbeiten. Master-fokussierte Labels lassen das Publishing-Setup komplett weg und distribuieren trotzdem in 35+ Stores in 195 Ländern. Schreibt dein Roster eigenes Material, heißt aktiviertes Publishing: Dieselben Katalogdaten melden Werke an, halten Anteile konsistent und sorgen dafür, dass Songwriter auf beiden Seiten des Geschäfts bezahlt werden.
Häufig gestellte Fragen
Zahlt die GEMA an Labels oder Artists?
Die GEMA zahlt an Komponisten, Textdichter und Verlage — die Rechteinhaber des Werks. Einnahmen für die Aufnahme selbst erreichen Artists und Labels über den Distributor; Leistungsschutzrechte von Interpreten und Produzenten verwaltet in Deutschland die GVL.
Brauche ich eine GEMA-Mitgliedschaft, um Musik zu releasen?
Nein. Distribution und Master-Royalties funktionieren ohne. Die GEMA-Mitgliedschaft bringt zusätzlich Publishing-Royalties, wenn du dein Material selbst schreibst.
Was ist der Unterschied zwischen GEMA und GVL?
Die GEMA vertritt die Werkseite: Komponisten, Textdichter, Verlage. Die GVL vertritt die Aufnahmeseite: Interpreten und Produzenten, deren Leistungsschutzrechte bei Sendung und öffentlicher Wiedergabe sie einsammelt.